Dr. med. Dirk Manski

 Sie sind hier: Startseite > perioperative Therapie > Urosepsis > Diagnose und Therapie

Diese Webseite durchsuchen:

Urosepsis (2/2): Diagnose und Therapie der Blutvergiftung

Zusammenfassende Literatur Sepsis: (Hotchkiss und Karl, 2003).

Klinik der Urosepsis

Lokale Symptome:

je nach Infektionsherd.

Allgemeinsymptome:

Fieber, Schüttelfrost, Hyperventilation, Tachykardie und Hypotension sind die klassischen Symptome.
Eine Hypothermie zeigt eine schlechte Prognose an. Weiterhin Vigilanzstörungen, Verwirrtheit, Oligurie oder Anurie.

Diagnostik der Urosepsis

Vitalparameter:

Puls, Blutdruck, Atemfrequenz, Urinausscheidung und Vigilanz sind wichtige Parameter zum Einschätzen der Prognose und Einleitung von intensivmedizinischen Maßnahmen.

Blutkulturen:

vor Beginn einer kalkulierten Antibiose. Idealerweise werden mehrere aerobe und anaerobe Blutkulturen im Fieberanstieg abgenommen.

Lokale Keimdiagnostik:

vor Beginn einer kalkulierten Antibiose. Je nach vermutetem Infektionsherd: Urinkultur, Sputum, Stuhl, Wundsekret, Liquor....

Labor:

Differentialblutbild, Blutgerinnung mit AT III und Fibrinogen, CRP, Leberwerte, Retentionsparameter, Blutgasanalyse. Ggf. Bestimmung des Sepsismarkers Procalcitonin.

Bildgebung:

Sonographie, CT-Abdomen und Rö-Thorax. Je nach vermutetem Infektionsherd weiterführende Bildgebung wie CCT oder Herzecho.

Therapie der Urosepsis

Ursächliche Therapie der Urosepsis

Falls möglich, sollten je nach Infektionsquelle spezifische Maßnahmen ergriffen werden:

Antibiotikatherapie der Urosepsis

Nach Gewinnung von Blutkulturen und lokalen Kulturen (s.o.) wird eine kalkulierte parenterale Antibiotikatherapie begonnen: z.B. Amoxicillin/Clavulansäure kombiniert mit Gentamicin, Cephalosporine der 3. Generation oder Reserveantibiotika wie Imipenem oder Meropenem bei vermuteter schwieriger Resistenzlage. Anaerobierinfektionen sind möglich bei Peritonitis, Wundinfektionen oder Fournier'scher Gangrän und erfordern ggf. den Einsatz von z.B. Metronidazol. Die Dauer der Antibiotikatherapie beträgt mindestens 7–14 Tage, je nach klinischem Verlauf.

Intensivmedizinische Therapie der Urosepsis

Volumen- und Sauerstofftherapie bei Sepsis

Aggressive Volumen-, Sauerstoffträger- und Vasopressorentherapie am Beginn der Urosepsis verbessert die Prognose. Ziel ist die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen Sauerstoffverbrauch und Sauerstofftransport innerhalb von 6 h. Als Parameter für die Erreichung des Gleichgewichts dienen die Normalisierung der zentralvenösen Sauerstoffsättigung, Laktatkonzentration, Basenabweichung (BE) und des pH-Wertes. Wichtig ist neben der großzügigen Volumentherapie auch die Gabe von Erythrozytenkonzentraten. Bei fehlender Wirkung der Volumen- und Transfusionstherapie sind vasoaktive und positiv inotrope Substanzen notwendig.

Katecholamine:

Bei fehlender Wirkung der Volumen- und Transfusionstherapie ist die Gabe von vasoaktiven und positiv inotropen Substanzen wie Noradrenalin oder Adrenalin notwendig.

Kortikosteroide und Sepsis:

In physiologischer Dosierung können Kortikosteroide einen Nutzen bei der Urosepsis entfalten, insbesondere bei persistierendem Schock und Langzeitbeatmung. Als Erklärung für den Nutzen der Kortikosteroide wird ein relativer Steroidmangel aufgrund einer verminderten Empfindlichkeit des Steroidrezeptors unter Katecholamineinfluss postuliert.

Therapie des Organversagens:

Beatmung und Nierenersatzverfahren (Hämofiltration) sind häufig notwendig.







 Sachregistersuche: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Literatur Sepsis

Hotchkiss und Karl 2003 HOTCHKISS, R. S. ; KARL, I. E.:
The pathophysiology and treatment of sepsis.
In: N Engl J Med
348 (2003), Nr. 2, S. 138–50

Tauchnitz 1991 TAUCHNITZ, C:
Sepsis.
In: HAHN, H (Hrsg.) ; FALKE, D (Hrsg.) ; KLEIN, P (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie.
Berlin, Heidelberg : Springer, 1991, S. 501–507







 



  English Version: Urosepsis