Zusammenfassende Literatur Epididymitis: (Luzzi und O’Brien, 2001).
Akute oder chronische Entzündung des Nebenhodens unterschiedlicher Ursache:
Sediment: Leukozyturie. Eine Urinkultur kann den Erreger identifizieren, ist jedoch negativ bei 40–90 % der Patienten.
die Sonographie ist zur Differentialdiagnose obligat. Es zeigt sich ein vergrößerter Nebenhoden, oft mit Begleithydrozele [Abb. Sonographie einer Nebenhodenentzündung ]. Wichtig ist der Ausschluss einer Abszedierung, Beteiligung des Hodenparenchyms an der Entzündung und Ausschluss einer Hodentorsion mit der Doppler-Sonographie.
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Sonographische Zeichen der Epididymitis sind ein vergrößerter Nebenhoden mit einer Begleithydrozele, welche häufig gekammert ist. Mit freundlicher Genehmigung, N. Günther, Augsburg. |
typische Befunde für die Epididymitis sind erhöhte Hoden- und Nebenhodendurchblutung, sowie ein vergrößerter Nebenhoden. Eine wichtige Funktion der Doppler-Sonographie ist der Ausschluss einer Hodentorsion, ein falsch-positiver Nachweis der Hodendurchblutung ist jedoch möglich. Wenn ein arterielles Dopplersignal im Hoden durch die Kompression des Samenstrangs am äußeren Leistenring verschwindet, ist dies ein gutes Indiz für eine testikuläre Durchblutung. Bleibt das Signal erhalten, ist es ein skrotales Gefäß.
indiziert beim leichtesten Zweifel an der Diagnose Nebenhodenentzündung zum Ausschluss einer Hodentorsion. Bei fraglicher Differentialdiagnose Hodentumor ist eine inguinale Freilegung notwendig.
wird nach abgeheilter Entzündung durchgeführt und dient dem Ausschluss einer Harnblasen/Harnröhrenerkrankung. Dies ist v. a. bei Kindern und bei älteren Patienten indiziert.
Bettruhe, Hoden hochlagern, kühlen, Antiphlogistika wie Dicloenac 75 mg 1–0–1. Bei starken Schmerzen ist eine Leitungsanästhesie des Samenstrangs am äußeren Leistenring mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum (Bupivacain) möglich.
Nach der Gewinnung einer Urinkultur wird eine kalkulierte Antibiose begonnen.
Ciprofloxacin 500 mg p.o. oder Ofloxacin 300 mg p.o. oder Ceftriaxon 250 mg einmalig, gefolgt von Doxycyclin 100 mg 1–0–1 p.o. über mindestens 7 Tage. Alternativ: Azithromycin 1 g p.o. einmalig.
z. B. Ciprofloxacin 500 mg 1–0–1 oder ein anderes Chinolon über mindestens 10 Tage.
bei einer therapierefraktären Nebenhodenentzündung besteht die Möglichkeit der Epididymektomie (Nebenhodenresektion). Lokale Komplikationen sind hierbei häufig (rezidivierende Infektionen, Wundheilungsstörungen, Hodenverlust).
Die Orchiektomie ist bei Abszedierung des Hodens und bei Wunsch einer definitiven Sanierung indiziert.
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Deutsche Version: Epididymitis: Ursachen und Therapie
Letzte Aktualisierung
Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de