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Zusammenfassende Literatur TURP: (Alschibaja u.a., 2005).
Die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) ist die endoskopische Entfernung von Prostatagewebe; sie wird am häufigsten zur Behandlung der BPH durchgeführt [Abb. Prinzip der TURP].
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Prinzip der TURP: transurethrale Resektion des Prostataadenoms unter Belassung der Prostatakapsel. Wichtig ist die Schonung von Sphinkter und Prostatakollikel. |
Eine operative Therapienotwendigkeit besteht bei rezidivierenden Harnverhalten, rezidivierenden Harnwegsinfekten, rezidivierender Makrohämaturie, Harnblasensteinen, postrenaler Niereninsuffizienz, großen Harnblasendivertikeln.
Die häufigste Indikation zur TURP sind moderate bis schwere Symptome der benigne Prostatahyperplasie (BPH), welche unzureichend mit Medikamenten gelindert werden können und die Lebensqualität des Patienten einschränken. Siehe auch Abschnitt medikamentöse Therapie der BPH.
Keine TURP bei Indikationen zur Adenomektomie: sehr große Adenome (>75 ml), operationspflichtige Harnblasendivertikel, Harnblasensteine, Leistenhernie bei gleichzeitig geplanter Versorgung, komplexe Harnröhrenerkrankungen (Hypospadieoperation) und Kontraindikation für eine Steinschnittlagerung.
Weitere Kontraindikationen: geringe Lebenserwartung, pathologische Blutgerinnung, floride Harnwegsinfektion.
die Blutungsneigung während der TURP kann durch eine längerfristige Therapie mit Finasterid oder Dutasterid gesenkt werden. Die Wirkung wird über die Verringerung der Gefäßdichte begründet, dazu ist aber eine monatelange Therapie notwendig.
Spinalanästhesie oder Vollnarkose. Die Spinalanästhesie bietet theoretische Vorteile für die initiale postoperative Periode: der Pat. liegt immobilisiert, Manipulationen am Katheter sind ohne Schmerzen möglich, weniger Pressen und Husten. Randomisierte Studien konnten keinen Unterschied bezüglich der Blutungsmenge finden.
mehrere randomisierte Studien fanden Vorteile für die perioperative Antibiotikaprophylaxe: zum Beispiel Ciprofloxacin 500 mg 1–0–1 p.o. Insbesondere Patienten mit Risikofaktoren für einen Harnwegsinfekt profitieren (Diabetes, Harnblasensteine, präoperativer Dauerkatheter). Eine perioperative Antibiose senkt auch die Rate an postoperativen Harnwegsinfektionen, Fieber und kann die Gefahr von Harnröhrenstrikturen senken.
Steinschnittlagerung, suprapubische Rasur, Desinfektion der äußeren Genitale, des Unterbauchs und des Perineums, steriles Abdecken mit Rektalschild, Bereitstellen von körperwarmer Spüllösung.
Überprüfung der Harnröhrenweite und Prostatagröße, Ausschluss von Harnblasensteinen. Anlage eines suprapubischen DK (14 CH).
24 CH-Instrumente können meist ohne Probleme durch die Urethra eingeführt werden und sollten auch bei der Resektion von großen Drüsen verwendet werden. Kurzstreckige Strikturen werden durch eine Urethrotomia interna nach Sachse behandelt. Wenn die vordere Harnröhre für das Instrument zu eng ist, kann eine perineale Urethrostomie angelegt werden; alternativ wird eine Urethrotomie nach Otis durchgeführt. Eine prophylaktische Urethrotomie wurde bei der Verwendung von dicken Resektionsschäften zur Vermeidung eines ischämischen Schadens und konsekutiver Harnröhrenstriktur empfohlen.
Das Resektoskop ist ein kombiniertes Zystoskop und Elektrochirurgieinstrument, welches die Resektion von Prostatagewebe unter Sicht mit Hilfe einer Elektroschlinge ermöglicht [Abb. Resektoskop]. Aufgrund der Prostatablutung ist die Resektion nur mit Hilfe einer Dauerspülung möglich. Der Spülfluss des Resektoskops wird bei der Niederdruckresektion über einen suprapubischen Harnblasentrokar abgeleitet. Alternativ kann ein Rückflussresektoskop verwendet werden, nachteilig sind jedoch der dickere Instrumentendurchmesser und eine weniger zuverlässige Ableitung des Spülstroms.
bei der Standard-TURP wird monopolarer Strom verwendet, mit unterschiedlichen Programmen für Schneiden und für Koagulation, vergleichbar zur offenen Chirurgie. Durch den Stromfluss von der Resektionsschlinge durch das Prostatagewebe zur breitbasig aufgeklebten Elektrode wird die Wirkung erzeugt. Als Spüllösung muss bei der Resektion mit monopolarem Strom eine salzfreie Spüllösung verwendet werden. Dies birgt die Gefahr eines TUR-Syndroms bei der Einschwemmung von großen Mengen an Spüllösung (s. u.).
Wichtig ist die Vermeidung von unnötig hohen Koagulationsströmen, da Kollateralschäden am Sphinkter, an der Harnröhre und am N. cavernosus sonst denkbar werden. Der Patient muss trocken gelagert sein. Als gute Alternative zur monopolaren TURP existiert die Möglichkeit der bipolaren Resektion, als Spüllösung kann physiologische Kochsalzlösung verwendet werden.
Zur Verbesserung der Standardschlinge wurden verschiedene Elektroschlingen entwickelt, welche eine bessere Koagulation und Vaporisation ermöglichen. Technische Veränderungen beinhalten dickere und breitere Schlingen (band loop, thick loop) oder Schlingen mit rollend gelagerten Zylindern [Abb. Resektionsschlingen].
zunächst Resektion des Mittellappens und Bildung eines Resektionsgrabens bei 6 Uhr bis auf die chirurgische Kapsel. Danach können unter gutem Spülfluss die Seitenlappen und ventral reseziert werden [Abb. TURP].
TURP:
Oben links: Blick vom Verumontanum Richtung Harnblasenhals vor der Resektion einer kleinen obstruktiven Prostata. Ansetzen der Resektionsschlinge bei 6 Uhr.
Oben rechts: Ausbildung eines Resektionsgrabens zwischen 5 und 7 Uhr.
Unten links: Resektion des linken Seitenlappens.
Unten rechts: Blick vom Verumontanum in Richtung Harnblasenhals nach der Resektion.
zunächst Bildung eines Resektionsgrabens bei 12 Uhr bis auf die chirurgische Kapsel. Als nächstes werden die ventralen Anteile der Prostata bis nach 9 Uhr und 3 Uhr reseziert. Die Resektion der posterioren Quadranten ist der nächste Schritt, die apikalen Anteile werden zirkulär als letztes reseziert.
die apikale Resektion ist der wichtigste Teil für den Erfolg der Prostataresektion: eine zu geringe Resektion beseitigt nicht die Obstruktion, allerdings liegt der Harnblasensphinkter in direkter anatomischer Nachbarschaft und ist durch eine Verletzung gefährdet.
Der anatomische Bezugspunkt bei der apikalen Resektion ist der Prostatakollikel (Verumontanum). Das Resektoskop wird gemäß dem Prostatakollikel ausgerichtet und die apikale Resektion von 6 Uhr nach 12 Uhr semizirkulär durchgeführt. Dabei ist ein Verrutschen des Resektoskops aus der Harnröhre zu vermeiden. Bei der apikalen Resektion bei 12 Uhr ist der Kollikel nicht zu sehen, ein Verrutschen des Schaftes darf nicht geschehen. Verletzungen in diesem Bereich führen schnell zur Harninkontinenz.
mit Hilfe einer Blasenspritze oder Ellik-Evakuator werden alle Resektionschips aus der Harnblase entfernt. Dabei sollte das Gerät angehoben werden (Aufstehen), so dass sich der Schaft in der Harnblase Richtung Blasenboden bewegt. Die zystoskopische Kontrolle der kompletten Entfernung der Resektionschips vermeidet postoperative Probleme (Harnverhalt, chronische Infektionen).
Einlage eines 20–24 CH Spülkatheters, der Ballon wird entsprechend dem Resektionsgewicht in der Prostataloge geblockt (mindestens 20 ml). Venöse Blutungen können i. d. R. durch eine Erhöhung der DK-Blockade und/oder durch leichten Zug am DK komprimiert werden.
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Dr. med. Dirk Manski
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